Hochsensible Menschen sind häufig gleichzeitig schüchtern und introvertiert und können nur schwer aus sich herausgehen. Wenn du auch zu diesem Personenkreis gehörst, dann tust du dich vielleicht schwer damit, deine Sexualität unter den für dich passenden Bedingungen und innerhalb deiner Grenzen auszuleben. Wir haben ein paar Tipps für dich, wie das trotzdem gelingen kann!
1. Verstehen, wie Hochsensibilität die Sexualität beeinflusst
Wenn du hochsensibel bist, dann spürst du alle Emotionen viel stärker, nicht nur deine Stimmungen, sondern beispielsweise auch die Berührung einer erogenen Zone. Du brauchst als Hochsensibler viel Sicherheit und Geborgenheit, um dich deinem Partner öffnen zu können.
Die Rolle der sensorischen Überreizung
Alle möglichen äußerlichen Reize wie Lärm oder Licht können schnell zur Reizüberflutung führen und deine Lust beeinträchtigen. Der Besuch eines Swingerclubs dürfte daher keine gute Idee sein. Es ist daher wichtig, dass du mit deinem Partner offen darüber sprichst. Das gelingt Frauen oft leichter als Männern.
Emotionale Intensität und ihre Auswirkungen
Rund 10% der Menschen sind hochsensibel und nehmen daher ihre Umwelt und ihre Emotionen viel intensiver wahr als andere. Das kann dann einerseits zu einer erfüllenden Sexualität führen, macht es aber andererseits sehr viel schwerer, unglücklich verliebt zu sein, da die Emotionen dann als noch belastender erlebt werden.
2. Kommunikation als Schlüssel: Wie spreche ich über meine Hochsensibilität?
Wenn du dank deiner Hochsensibilität in deiner Sexualität „beeinträchtigt“ bist, solltest du auf jeden Fall mit deinem Partner darüber sprechen. Das gibt ihm die Gelegenheit, dich besser zu verstehen und auf deine speziellen Bedürfnisse einzugehen.
Offene Gespräche mit dem Partner führen
Jeder Mensch hat völlig andere Bedürfnisse, die du unabhängig von deiner Hochsensibilität bezüglich deiner Sexualität ansprechen solltest. Also nicht nur deine bevorzugten Stellungen, die in die Sexspiele für Paare einfließen können, sondern auch deine Befürchtungen oder Hemmungen, die dich wegen deiner Hochsensibilität bei der Sexualität ausbremsen.
Grenzen setzen und respektieren
Für Hochsensible ist es besonders wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen und sie dem Partner deutlich mitzuteilen. Gleichzeitig ist es aber auch notwendig, dass du die Grenzen deines Partners ebenfalls kennst und respektierst. Dadurch könnt ihr das gegenseitige Verständnis vertiefen und euch besser aufeinander einstellen. Das bringt euch beiden mehr Spaß beim Sex.
3. Selbstakzeptanz und Selbstfürsorge: Warum sie wichtig sind
Hochsensibilität und Sexualität sind problematisch, weil du als Hochsensibler meist schüchtern und introvertiert bist. Du hast eine lange Anlaufzeit, um dich auf jemanden einzulassen, ihm zu vertrauen und dich dann noch beim Sex mit ihm fallen zu lassen.
Deine Hemmungen, die häufig durch ein zu geringes Selbstwertgefühl befeuert sind, machen es auch deinem Partner schwer, an dich heranzukommen. Idealerweise solltest du versuchen, ruhiger und gelassener zu werden und gleichzeitig ein besseres Selbstbild aufzubauen. Dafür eignen sich verschiedene Techniken
Techniken zur Stressbewältigung
Bekannte und beliebte Möglichkeiten zur Stressbewältigung sind beispielsweise Yoga-Übungen in Kombination mit Meditation und Atemübungen. Auch Achtsamkeitsübungen sowie regelmäßige Bewegung wie ein Spaziergang in der Natur können entstressend wirken.
Aufbau eines positiven Selbstbildes
Als hochsensibler Mensch mit einem geringen Selbstwertgefühl können dich Bemerkungen anderer Menschen schnell verunsichern oder du fühlst dich vielleicht angegriffen und hast Probleme damit, diese Situationen zu verarbeiten. Gleichzeitig lehnen Hochsensible meist auch ihren Körper ab und sind daher nicht in der Lage, mit dem eigenen Körper lustvoll umzugehen oder es zu genießen, den Partner an sich heranzulassen. Doch auch sie leben manchmal unbewusste Wünsche zumindest im Traum aus, was zu einem Orgasmus im Schlaf führen kann.
Ein besseres Selbstbild mit mehr Akzeptanz kann beide Punkte verbessern und die Sexualität trotz Hochsensibilität positiv beeinflussen.
Eine einfache Möglichkeit, ein besseres Selbstbild zu bekommen, sind einfache positive Affirmationen. Das sind kurze, prägnante Aussagen, die du täglich anwenden kannst, um deine eigenen, negativen Gedankenmuster durch positive zu ersetzen. Beispielsweise: „Ich fühle mich wohl in meinem Körper“ oder „Ich bin gut, so wie ich bin“. Du kannst hierbei beliebige Sätze verwenden, die deine individuelle negative Ansicht über dich selbst ersetzt.
4. Schaffung einer angenehmen Umgebung
Hochsensible reagieren empfindlich auf eine Reizüberflutung, was auch das Sexleben stört. Gerade im Schlafzimmer solltest du daher für eine Atmosphäre sorgen, die dir persönlich zusagt und keine störenden Elemente enthält.
Gestaltung eines beruhigenden Schlafzimmers
Eine gute Einrichtungsidee bei Hochsensibilität zugunsten deiner Sexualität wäre ein minimalistischer Stil. Dieser bevorzugt eine Beschränkung auf die notwendigsten Möbel, klare Linien, einheitliche Farben mit wenigen Farbakzenten sowie eine übersichtliche und einfache Raumgestaltung. Der Grundriss ist offen und die Möbel sind funktionell. Außerdem wird hier mit viel Licht gearbeitet, was du allerdings wegen der Reizüberflutung oder wegen der kuscheligeren Atmosphäre im Schlafzimmer vorsichtig einsetzen solltest.
Nutzung von Aromatherapie und beruhigender Musik
Die Aromatherapie ist eine sehr gute Möglichkeit, um bei Hochsensibilität die Angst vor Sexualität zu reduzieren. Aromatherapie setzt Dürfte gezielt gegen Ängste ein, weil beruhigende Duftnoten über die Nase aufgenommen, dem Nervensystem positive Signale senden. Dadurch wirst du entspannter und fühlst dich sicher.
Bei den Ölen musst du darauf achten, dass du nur naturreine ätherische Öle verwendest. Die positive Auswirkung der Aromatherapie wurde sogar in Studien nachgewiesen. Hilfreich wirken beispielsweise Neroli, Rose oder Sandelholz, aber auch Zeder oder Mischungen daraus, die du in einer Aromalampe verwenden oder als Raumduft versprühen kannst.
Zur Untermalung beim Sex und zur Beruhigung hilft leise Musik im Hintergrund, am besten instrumentale Klänge. Eine umfangreiche Auswahl entspannender Musik findest du unter anderem bei YouTube (z. B. https://www.youtube.com/watch?v=k34DSaQSPxY)
5. Intimität und Zärtlichkeit: Neue Wege entdecken
Um deine Sexualität trotz Hochsensibilität ausleben zu können, hilft die Berücksichtigung verschiedener Tipps, die auf die besonderen Bedürfnisse von Hochsensiblen eingehen.
H3: Bedeutung von körperlicher Nähe ohne Druck
Eine schnelle Nummer mit einem Hochsensiblen ist keine gute Idee und wird auch nur schlecht (falls überhaupt) funktionieren. Denn Hochsensible benötigen viel länger, um richtig auf Hochtouren zu kommen. Sie werden schnell von verschiedenen Reizen abgelenkt und brauchen daher länger, um sich an die Umgebung anzupassen – oder diese zu wechseln, um den vielen Eindrücken zu entgehen.
Aber auch dann ist es schwierig, denn jede Kleinigkeit, wie ein plötzliches Geräusch, könnte die Lust in Sekundenschnelle abtöten. Eine sichere und ruhige Umgebung für Sex und Zärtlichkeiten hat also oberste Priorität.
Sex unter Druck ist für Hochsensible nicht möglich. Außerdem benötigen sie zur Auslebung von Intimitäten Liebe oder eine feste Partnerschaft, um sich sicher genug zu fühlen und sich fallen lassen zu können. Ansonsten fühlen sie sich körperlich überfordert und können den Sex gar nicht genießen. Ein One-Night-Stand könnte einen Hochsensiblen also besonders verstört und ausgelaugt zurücklassen.
Versuche also deine Hochsensibilität und Sexualität durch gute Vorbereitung, Ruhe und den richtigen Partner gekonnt zu vereinen. Wenn du mit deinem Partner offen über deine Bedürfnisse gesprochen hast, kann er sich darauf einstellen und dir die notwendige Zeit geben, die du brauchst, bevor ihr das Liebesspiel startet.
Experimente mit verschiedenen Berührungen
Kennst du den Erotikfilm 9 ½ Wochen mit Kim Basinger und Mickey Rourke? Hier sind einige Beispiele dafür enthalten, wie du langsam in Fahrt kommen kannst. Darunter beispielsweise zarte Berührungen oder Temperaturspielchen mit kalten Eiswürfeln, die dein Partner dir auf den Bauch legen kann? Auch das „Spielen mit Essen“ wie das gegenseitige Füttern mit leckeren Erdbeeren oder dem Ablecken von Honig, den dein Partner dir auf dem Körper verteilt, kann langsam und sinnlich sein.
Eine Checkliste für verschiedene Beispiele wäre:
- Sanftes Streicheln oder auch sinnliche Massagen z.B. mit Duftölen
- Vorsichtige Berührungen an erogenen Zonen oder Stellen, die nicht deine Grenzen verletzen (vorherige Absprache ist wichtig)
- Temperaturspielchen (mit Eiswürfeln, Wasser oder auch Ölen; warmes Öl ist eine gute Idee für Massagen)
- Unterschiedliche Texturen austesten, beispielsweise das Bett mit Seidenlaken beziehen oder seidene Unterwäsche tragen. Oder machen dich Lack- und Leder eher an?
- Slow Sex ist ideal, um jede Empfindung so lange wie möglich auszukosten. Bewegt euch langsam und bewusst, um den größten Genuss zu erleben.
- Es kann auch hilfreich sein, in verschiedene Rollen zu schlüpfen, die deinen persönlichen Wünschen entsprechen und in denen du dich beim Sex sicher fühlst.
6. Die richtige Balance finden: Zwischen Nähe und Freiraum
Hochsensibilität und Sexualität mögen ein Problem für dich sein, doch auch als hochsensibler Mensch hast du, wie jeder andere auch, verschiedene Bedürfnisse. Dazu gehören Nähe, Geborgenheit, Liebe und auch Sex. Da es für dich schwieriger ist als für nicht hochsensible Personen, musst du umso stärker darauf achten, die ideale Balance zwischen Selbstfürsorge und Zeit für den Partner zu finden.
Bedürfnisse nach Zeit für sich selbst
Hochsensible brauchen unbedingt ausreichend Rückzugsmöglichkeiten, um ihre Batterien aufzuladen. Sollte das nicht möglich sein, weil die Partner ständig „aneinanderkleben“, wird sich das kurzfristig als Unzufriedenheit auf die Beziehung auswirken.
Nimm dir daher ausreichend Zeit für dich selbst. Du kannst gezielt Freiräume schaffen, indem du mit dem Partner besprichst, wann du Zeit für dich nimmst. Beispielsweise um zu meditieren oder ein Buch zu lesen oder dir einige ausgiebige Wellnessanwendungen zu gönnen. Während deines Rückzugs kannst du außerdem über deine eigenen Bedürfnisse und Grenzen nachdenken. Diese können sich im Laufe der Zeit, wenn du offener wirst, auch verändern. Du kannst diese Grenzen dann für dich immer wieder neu definieren und deinem Partner mitteilen.
Ständiger Rückzug, um des Rückzugs willens bringt dich allerdings auch nicht weiter, daher ist es gut, über gemeinsame Aktivitäten oder Hobbies nachzudenken, die eure Beziehung verbessern und stärken können.
Gemeinsame Aktivitäten zur Stärkung der Bindung
Auch wenn bei der Hochsensibilität die Sexualität ein Problem darstellen kann, heißt das nicht, dass du dich nicht nach Nähe sehnst. Gerade Hochsensible suchen vor allem eine tiefe Bindung, um Nähe und Vertrauen aufzubauen. Das hilft später dabei, sich beim Sex fallenzulassen. Gemeinsame Aktivitäten tun dir deshalb gut, aber nimm auch hier den Druck raus, denn die Reizüberflutung kann überall ein Problem darstellen.
Ideen für gemeinsame Unternehmungen könnten Spaziergänge in der Natur sein. Such dir am besten Wanderwege oder Orte aus, die nicht von Touristen oder Freizeitsportlern überrannt sind. So kannst du in aller Ruhe die Landschaft samt ihren Farben oder Geräuschen und Gerüchen genießen und verarbeiten.
Gemeinsam Kochen oder Backen kann ebenfalls eine sinnliche Erfahrung werden, die außerdem noch Spaß macht. Genauso könnte es mit Handwerksprojekten sein – kennst du die Szene aus dem Film „Ghost“ mit Demi Moore und Patrick Swayze, als sie gemeinsam töpfern? Du kannst auch kleine Tagesausflüge oder Wochenendtrips planen, die euch neue Eindrücke bescheren und für tolle gemeinsame Erinnerungen sorgen.
7. Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen: Wann und warum?
Bei Hochsensibilität ist Sexualität nicht das einzige Problem, das eine Herausforderung in der Beziehung darstellt, aber meist ein besonders wichtiges. Wenn du das Glück hast, einen einfühlsamen Partner zu haben, der auf dich und deine Bedürfnisse eingeht, ist das schon sehr hilfreich. Aber auch dein Partner kann, bei aller Liebe, nicht sein komplettes Leben nur nach deinen Bedürfnissen ausrichten – genauso wenig wie du das umgekehrt tun solltest. Obwohl Hochsensible dazu neigen, sich aufgrund ihrer Empathie völlig auf den Partner und seine Wünsche einzustellen!
Eine mögliche Lösung ist in diesem Fall eine gemeinsame Paartherapie oder bei hochsensiblen Singles auch eine Einzeltherapie mit einem darauf spezialisierten Therapeuten.
Vorteile der Paartherapie
Eine Paartherapie hat den großen Vorteil, dass beide Partner gleichermaßen ihre Bedürfnisse offenlegen und mithilfe des Therapeuten Lösungen finden, die jedem Partner entgegenkommen. Ein Therapeut hilft dabei, das Verständnis der Partner füreinander zu fördern und hilft besonders dann weiter, wenn das Paar Probleme bei der Kommunikation der eigenen Wünsche und Bedürfnisse hat.
H3: Unterstützung durch spezialisierte Therapeuten
Hochsensibilität und Sexualität sind vor allem bei schwierigen vorangegangenen Erlebnissen ein großes Problem für die Betroffenen (Männer und Frauen!), die ein darauf spezialisierter Therapeut gut aufarbeiten kann.
Beispielsweise hilft er, starke emotionale Blockaden zu überwinden oder traumatische sexuelle Erfahrungen (beispielsweise nach einem Missbrauch) zu verarbeiten. Bestimmte Einflüsse, beispielsweise gesellschaftliche, kulturelle oder religiöse, können ein Auslöser dafür sein, dass du bei deiner Hochsensibilität die Sexualität mit großer Scham betrachtest und deshalb Angst davor hast. Hier kann ein erfahrener Therapeut behutsam an einer Problemlösung arbeiten.
Der Therapeut kann aufklären, die Kommunikationsfähigkeit fördern, falsche Vorstellungen von der Sexualität abbauen und dich emotional unterstützen. Je nach individuellem Fall kann er auch weitere passende Tipps einbringen.
Hilfreiche Tipps und interessante Informationen über Hochsensibilität und Sexualität findest du auch in der Wyylde Community. Hier kannst du dich völlig tabulos mit anderen unterhalten, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und dir gerne weiterhelfen.
Recherche:
Einrichtung : https://boden.wohnen.tarkett.de/de_DE/node/was-ist-ein-minimalistischer-einrichtungsstil-4925
Aroma : https://www.primaveralife.com/news/aromatherapie-gegen-aengste