Cuckolding – Was bedeutet das eigentlich?
Die Praxis des Cuckolding ist eine Variante der sexuellen Demütigung, bei der Männer zuschauen, wie andere Männer die eigene Frau befriedigen. Selbstverständlich mit Zustimmung des betreffenden Partners.
Eine einfache Erklärung
Warum Männer darauf erpicht sind, der eigenen Frau dabei zuzuschauen, wie sie von anderen Männern flachgelegt und nach allen Regeln der Kunst verführt und verwöhnt wird, ist unterschiedlich. Diese Männer sind häufig mit sich selbst nicht zufrieden, unterschätzen die eigene Potenz oder haben tatsächlich Probleme damit. Also nehmen sie an den Sexspielchen der Gattin oder Partnerin mit anderen Männern als Voyeur teil.
Verschiedene Arten des Cuckoldings
Die Männer, die auf Cuckolding stehen, können nicht nur als Voyeur zuschauen, wie andere Männer es der eigenen Frau nach allen Regeln der Kunst in den unterschiedlichsten Sexstellungen besorgen, sondern sie können auch als Statist oder als Sklave etwas aktiver daran teilnehmen.
Woher kommt Cuckolding?
Der Begriff hat nichts mit Cock-Holding (Schwanz-halten) zu tun, sondern leitet sich aus dem englischen Wort für Kuckuck („cuckoo“) ab. Die Kuckucksweibchen schieben gerne anderen Vögeln die eigenen Eier unter, damit sie von diesen ausgebrütet werden.
Daher kommt auch das Wort „Kuckuckskind“, wenn Frauen ihren Partnern ein fremdgezeugtes Kind als eigenes unterjubeln. Was in diesem Fall den Gatten demütigt, ist beim Cuckolding ähnlich. Nur wird hier nicht ein fremdes Kind, sondern ein fremdverursachter Orgasmus dem devoten Partner unter die Nase gerieben.
Ein Blick in die Geschichte
Cuckolding ist keine Modeerscheinung, sondern war schon im Mittelalter bekannt. Den Begriff gibt es beispielsweise in der englischen Sprache bereits seit ungefähr 1250 n. Chr., die weibliche Variante „Cuckquean“ wurde im 16. Jahrhundert für „Flittchen“ verwendet.
Cuckolding im Wandel der Zeit
Der alte Begriff Cuckolding wurde später in „Candaulismus“ umbenannt, beziehungsweise handelt es sich dabei um einen ähnlichen, aber nicht denselben Vorgang. Er zeigt aus psychologischer Sicht eine Mischung aus Fetischismus und Exhibitionismus und sogar noch etwas Masochismus.
Dabei wird Candaulismus so definiert, dass ein Partner dadurch erregt wird, dass sich der andere vor einer dritten Person auszieht oder Sex mit ihr hat. In der modernen Psychoanalyse geht man teilweise davon aus, dass der Partner (versteckte) homosexuelle Aspekte besitzt und sich beim Zuschauen der Sexspielchen mit seiner Frau identifiziert.
Warum ist Cuckolding heute so angesagt?
Psychologische Gründe und Motivationen
Die Gründe, Cuckolding zu betreiben, sind ganz unterschiedlich und basieren auf unterschiedlichen Vorlieben der Partner. Die Frauen mögen es vielleicht, wenn man ihnen beim Sex zuschaut oder sind generell vom Partnertausch, auch in Swingerclubs, angetan.
Die Männer hingegen sind unterwürfig, lieben den Voyeurismus und sind außerdem mit sich selbst eher unzufrieden. Sie sind vielleicht überzeugt, ihre Frau nicht befriedigen zu können, finden ihren Penis zu klein oder ihre Potenz oder Libido zu schwach ausgeprägt. Wer cuckolding gut findet, hat für sich aus unterschiedlichen Gründen einen befriedigenden Fetisch gefunden, der beiden Partner gefällt.
Der Reiz des Voyeurismus und Machtspiele
Voyeurismus oder „Spannen“ ist altbekannt und oft praktiziert. Dabei wird beim heimlichen Zuschauen bei Sexspielchen oder dem Betrachten nackter Körper oder Geschlechtsteile, die Lust beim „Spanner“ erhöht. Er wird sich möglichst gleichzeitig oder kurz danach durch Masturbation Befriedigung verschaffen.
Jeder kennt die Gucklöcher in Umkleidekabinen, wobei die modernere Variante die Betrachtung durch Ferngläser oder das Ausspionieren mit Webcams oder anderen elektronischen Geräten darstellt. Diese Aufnahmen sind allerdings nach §201 a Strafgesetzbuch (StGB) unter Umständen ein Straftatbestand, der mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren bestraft werden kann, und daher nicht ratsam!
Cuckolding in Filmen und Medien
Eine ungefährliche Art des Voyeurismus ist es, sich entsprechende Filme oder Peepshows sowie Stripshows anzuschauen. Auch entsprechende Online-Angebote sind eine legale Möglichkeit, sich mit Voyeurismus und Cuckolding zu beschäftigen. So kannst du feststellen, ob dir das wirklich gefällt und gleich Ideen für dein persönliches Rollenspiel sammeln.
Wie funktioniert Cuckolding in der Praxis?
Cuckolding steht nicht nur für eine einzige Version des Fetisch-Sex, sondern beinhaltet mehrere Varianten.
Die sanfteste Variante stellt ein detaillierter Bericht der Frau über ihre sexuellen Ausschweifungen mit einem anderen Mann dar. Ob die Erzählung schriftlich oder mündlich dem Partner übermittelt wird, spielt dabei keine Rolle.
Bei den weiteren Optionen spielt der Mann („Cuckold“ genannt) entweder eine aktive oder passive Rolle beim Liebesspiel seiner Frau („Hotwife“) und des zweiten Mannes (dem „Bull“):
- Der Cuckold kann als Voyeur zuschauen
- Er kann Videos vom Sexgeschehen aufzeichnen (nur dann, wenn alle damit einverstanden sind!)
- Er kann, was selten vorkommt, mitmischen, beispielsweise bei der sogenannten „Double Penetration“
- Er wird nicht nur durch das Zuschauen gedemütigt, sondern zusätzlich noch durch den Bull. Deshalb kommt Cuckolding vor allem bei BDSM Praktiken vor.
Kommunikation und Konsens sind der Schlüssel
Nur wenn die beiden Partner, die Cuckolding praktizieren wollen, ein gut eingespieltes Team sind, die ein großes Vertrauen zueinander haben, ist Cuckolding eine gute Idee. Dazu kommt, dass alle Details des geplanten Vergnügens gut abgesprochen werden müssen. Keiner sollte den anderen zu etwas zwingen, was er nicht tun will (oder sehen will!).
Dazu kommt, dass ihr als Pärchen noch einen Dritten im Bunde braucht, dem ihr ebenfalls vertraut. Er soll sich mit der ganzen Sache ebenfalls wohlfühlen. Alle Beteiligten müssen sich genau absprechen und besonders dann, wenn sich jemand nicht mehr wohl fühlt bei der ganzen Sache.
Sicherheit und Gesundheit: Worauf du achten solltest
Hygiene und Gesundheit sind immer ein wichtiges Thema beim Sex – und hier wird zusätzlich noch eine fremde Person mit eingebunden. Kondome sind auf jeden Fall immer angeraten, denn ihr wollt euch weder diverse Krankheiten einfangen noch ein Cuckolding-Baby vom „Bull“ empfangen.
Beim Einbau diverser BDSM-Praktiken ist es außerdem wichtig, dass ihr euch erkundigt, wie man die Accessoires richtig anwendet. Also niemanden Knebeln bis er erstickt, niemanden so fest fesseln, dass er bleibende Schäden durch die abgestellte Durchblutung erleidet oder ähnliches. Vorsorglich solltet ihr dabei noch mit einem Safeword arbeiten, damit ihr jederzeit das Rollenspiel abbrechen könnt.
Cuckolding und die häufigsten Missverständnisse
Viele gehen davon aus, dass diese Art des flotten Dreiers eine Beziehung nachhaltig gefährden oder stören kann. Wenn eure Beziehung stark und vertrauensvoll ist und ihr beide Spaß an dieser Liebesvariante habt, kann das jedoch nicht passieren. Stattdessen profitiert ihr von verschiedenen Vorteilen:
- Cuckolding ist neu und spannend und bringt Abenteuerstimmung in die Beziehung
- Durch austauschbare Bulls und verschiedene Spielvarianten könnt ihr den Sex stets neu gestalten und aufregende Erfahrungen machen.
- Auch für den Cuckold eröffnen sich neue Möglichkeiten, denn er kann, wenn er beim Sex mitmischt, gleichzeitig auch den anderen Mann spüren – was für viele Heteromänner eine völlig neue Erfahrung darstellt.
Es ist auch ein Irrtum, dass der Cuckold nur stiller Beobachter sein muss. Er darf, vor allem bei BDSM-Praktiken, in verschiedenen Varianten eingebunden werden. Als Sexsklave, ein Stück abseits im Käfig oder auch gefesselt – hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Nur eure Absprache entscheidet, welche Ideen ihr umsetzen möchtet. Eine häufige Variante ist es auch, dass der „Bull“ auf der „Hotwife“ abspritzt und der Partner sie dann sauber lecken darf. Das ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber auch solche Aktivitäten sind durchaus möglich!
Einige denken, dass Cuckolding und BDSM nicht zusammenpassen. Auch das stimmt nicht. Denn das Ziel des Cuckolding ist ja die Erniedrigung des Cuckold, was perfekt mit verschiedenen BDSM-Praktiken unterstützt werden kann!
Das solltest du mitnehmen
Cuckolding kann deine Beziehung auf eine völlig neue Ebene heben und dir dabei helfen, deine geheimen Fantasien auszuleben. Es bringt zudem vor allem den Frauen in der Regel eine tiefe Befriedigung.
Tipps für Neugierige und Einsteiger
In unserer Wyylde Community findest du viele Gleichgesinnte, die das Cuckolding schon länger für sich entdeckt haben und die dir gerne mit Rat (oder sogar Tat) zur Seite stehen!
Recherche :
https://www.gq-magazin.de/leben-als-mann/beziehung/sex-kolumne-cuckolding