Nicht immer dauert die Liebe oder eine Beziehung ewig und die Partner (Männer und Frauen!) fallen nach einer Trennung häufig in ein tiefes Loch. Sind noch dazu Kinder im Spiel, wird die Trennungsbewältigung umso härter. Dabei bestätigen Ausnahmen die Regel: Paare, die sich schon lange auseinandergelebt haben, empfinden die Trennung möglicherweise sogar als Erleichterung. In Familien, bei denen Streit an der Tagesordnung war, kann der Trennungsschmerz ebenfalls geringer ausfallen, da anschließend für alle Beteiligten mehr Ruhe und Frieden einkehrt. Doch was geschieht während dieses Prozesses mit der Persönlichkeit? Wir haben dir einige Infos zur Persönlichkeitsveränderung nach einer Trennung zusammengestellt.
Was versteht man unter Persönlichkeitsveränderung nach einer Trennung?
Die Trennung von einem geliebten Menschen verursacht in aller Regel Liebeskummer. Jeder Mensch geht mit diesem Kummer jedoch anders um – beispielsweise mit der zurückgezogenen Trennungsbewältigung oder einer aggressiven Reaktion auf den Trennungsschmerz. Die verschiedenen neuen Verhaltensweisen, die dabei an den Tag gelegt werden, führen nicht selten zu einer Persönlichkeitsveränderung nach einer Trennung.
Häufige Persönlichkeitsveränderungen nach einer Trennung
Jede Trennung verläuft anders, weshalb sich unterschiedliche Gefühle entwickeln können. In jedem Fall sind die Vertrautheit, Liebe und Geborgenheit, die man bisher empfunden hat, jetzt Geschichte. Einsamkeit, Enttäuschung und Angst treten nun an diese Stelle. Wurde man vielleicht betrogen? Dann sinkt zudem das Selbstwertgefühl. Ist man derjenige, der die Beziehung beendet hat, dann können Schuldgefühle vorherrschen. Beide Partner stellen sich jetzt Fragen über Sinn und Unsinn der Beziehung und müssen einer neuen unbekannten Zukunft ins Auge sehen, was oftmals für Verunsicherung sorgt.
Emotionale Auswirkungen einer Trennung
Der Partner, der verlassen wird, ist eher gefährdet, in Depressionen zu verfallen. Er kann sich einsam und zurückgewiesen vorkommen, hat eventuell Schuldgefühle und ist unter Umständen von starken Selbstzweifeln geplagt. Derjenige, von dem die Trennung ausging, kann allerdings ebenfalls Schuldgefühle entwickeln und vor allem wird der Verlassene versuchen, ihm diese Schuld auch zuzuweisen und sich selbst in die Opferrolle zu begeben. Die größten Gefahren in diesem Kontext sind die einer Depression, verschiedenen Angststörungen sowie sogar mögliche Suizidgedanken.
Hinweis: Welche Erkrankung oder Persönlichkeitsveränderung nach einer Trennung ein Mensch durchmacht, hängt von seiner grundsätzlichen Persönlichkeitsstruktur ab und kann nicht pauschal vorhergesagt werden.
Weitere Symptome
Im Anschluss an eine Trennung können mehrere Symptome auftreten; so kommen beispielsweise neben den bereits genannten noch eine gedrückte Stimmung, Antriebs- und Freudlosigkeit sowie ein sozialer Rückzug besonders häufig vor. Darüber hinaus sind auch Appetit- und Schlafstörungen sowie Konzentrationsprobleme häufige Folgen einer Trennung.
Wichtig: Wenn alle Symptome über einen längeren Zeitraum auftreten, sollte der Hausarzt oder Psychologe prüfen, ob eine Depression vorliegt, damit diese schnell behandelt werden kann.
Psychologische Mechanismen hinter den Persönlichkeitsveränderungen nach der Trennung
Der Liebeskummer, der sich nach der Trennung einstellt, beeinflusst sowohl bei Männern als auch bei Frauen den Hormonspiegel. Das euphorische Verliebtsein war beflügelt vom hohen Dopaminpegel, während nach der Trennung das Dopamin stark reduziert wird. Dafür steigt im Körper das Stresslevel und somit der Adrenalin- und Cortisolspiegel.
Diese Veränderung beeinflusst die Abläufe im Körper und auch die Psyche. Die Trauernden leiden an Appetitlosigkeit und nehmen automatisch an Gewicht ab. Sie können außerdem nicht mehr ein- oder durchschlafen und sogar an Panikattacken leiden. In schweren Fällen entwickeln die Betroffenen dabei gar vorübergehend Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung.
Übrigens: Besonders hart trifft eine Trennung die Menschen, die durch eine dependente Persönlichkeitsstörung vorbelastet sind. Das sind häufig schüchterne, passive Menschen mit geringem Selbstbewusstsein, die sich oft an den geliebten Menschen „klammern“ und von starken Trennungsängsten „besessen“ sind. Sie besitzen von Natur aus eine depressive Tendenz und fühlen sich nach einer Trennung geradezu hilflos und sind am Boden zerstört.
Phasen und Dauer der Veränderungen
Das neue, traurige, depressive oder aggressive Verhalten ist bei jedem Menschen von unterschiedlicher Dauer, kann Tage oder sogar Wochen beanspruchen und hängt mit der vorhandenen Struktur der Persönlichkeit zusammen, die dafür sorgt, dass sich der Einzelne schneller (oder langsamer) an die neue Situation gewöhnt und sich schneller im neuen Single-Leben zurechtfindet.
Typischerweise unterscheiden Psychologen vier Trennungsphasen:
- Zu Beginn steht noch die Phase, in der man die Trennung nicht wahrhaben will. Während dieses Zeitraumes besteht noch die (oft trügerische) Hoffnung, dass sich die Sache wieder einrenken und der Partner zurückkommen wird.
- Anschließend setzt die Trauerphase ein, welche von allen Phasen zumeist am längsten andauert. Während dieser Zeit wird der Trennungsschmerz emotional verarbeitet, beziehungsweise mühsam unterdrückt. Wird die Trauer zu groß, kann sie sich sogar in eine Depression verwandeln.
- Im Anschluss folgt nicht selten eine wütende Phase, die im schlimmsten Fall zu regelrechtem Hass ausufern kann – eine zuweilen gefährliche Entwicklung, der man entgegenwirken sollte, indem man durch Sport oder andere körperlichen Betätigungen die Aggressionen abbaut.
- Die vierte und letzte Phase ist die der Akzeptanz. Man muss jetzt einsehen, dass die Beziehung endgültig beendet ist und ein neuer Lebensabschnitt beginnt.
Hinweis: Da jeder Mensch anders tickt, können diese Phasen auch mehrfach oder in einer anderen Reihenfolge durchlaufen werden. Ganz „Hartgesottene“, die vielleicht schon etwas geahnt hatten, oder besser loslassen können, durchleben manchmal auch alle Phasen in nur einem Tag.
Praktische Tipps zur Bewältigung von Persönlichkeitsveränderungen nach einer Trennung
Im Rahmen einer effektiven Trennungsbewältigung beginnst du am besten damit, die Situation Revue passieren zu lassen.
Wichtige Tipps:
- Selbstreflexion
- Eine neue Selbsteinschätzung
- Der Aufbau eines neuen Selbstbildes
Tu dir selbst etwas Gutes, verändere deinen Stil, lege dir neue Klamotten oder eine neue Frisur, vielleicht eine andere Haarfarbe zu und definiere dich neu. Schließlich willst du dich irgendwann wieder neu verlieben und bei guter Selbstpflege kannst du nicht nur emotional heilen, sondern auch deine Attraktivität hervorheben. Anziehungskraft ist kein Zufall und als abgekapselter Trauerkloß geht das Leben ansonsten leider völlig an dir vorbei. Ein Umstyling gehört daher praktisch immer zur positiven Persönlichkeitsveränderung nach der Trennung dazu!
Falls dich der Liebeskummer richtig fest im Griff hat und du auf dem Weg in eine Depression bist, solltet du dir auf jeden Fall professionelle Hilfe suchen. Die Möglichkeiten diesbezüglich sind vielfältig und reichen von erprobten homöopathischen Mitteln über einschlägige Literatur und Selbsthilfegruppen bis hin zur stationären Behandlung bei schweren Depressionen.
Einige Beispiele sind:
- Gesprächs- und Verhaltenstherapie bei speziell ausgebildeten Therapeuten und Psychologen.
- Tipps und Unterstützung bei kompetenten Beratungsstellen.
- Sanfte Unterstützung durch Naturheilkunde und Homöopathie.
- Unterstützung durch ein positives Umfeld sowie Unternehmungen mit Familie und Freunden.
In schweren Fällen von Depressionen, die durch die Persönlichkeitsveränderungen nach einer Trennung vorkommen können, sind ambulante oder stationäre Therapien die Mittel der Wahl.
Die Chance zur positiven Veränderung nutzen
Damit du dich selbst wieder aus dem Tief herausarbeiten kannst und die Persönlichkeitsveränderung nach deiner Trennung in den Griff bekommst, helfen neue Erfahrungen. Hobbies oder das Zusammensein mit Freunden sowie sportliche Betätigungen, Ausflüge oder Reisen geben dir die Gelegenheit, wieder Glück zu erleben und das Leben zu genießen. Damit kannst du langsam die Erinnerungen an den Trennungsschmerz ablegen und neue, schöne Erlebnisse schaffen.
Viele Menschen empfinden es für die Trennungsbewältigung außerdem als hilfreich, alte Erinnerungsstücke konsequent zu entsorgen. Ob du die Sachen wegwirfst, verschenkst oder spendest, spielt dabei keine Rolle. Manchmal vermittelt es jedoch zusätzlich ein gutes Gefühl, mit den für dich negativ behafteten Gegenständen noch etwas Gutes tun zu können.
Tipp: Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen den wichtigen Zusammenhang zwischen Sport und Stress. Durch aktive Bewegung kannst du zur Trennungsbewältigung deinen Serotoninspiegel positiv beeinflussen und damit dein Stresslevel senken sowie Ängste und Depressionen reduzieren!
Du bist nicht allein – finde neue Freunde oder Partner bei Wyylde
Auch in unserer Community gibt es Menschen, die einen Trennungsschmerz überwinden mussten und mit denen Du dich über deine Erfahrungen der Persönlichkeitsveränderung nach der Trennung austauschen kannst. Hier kannst du dich mit Gleichgesinnten unterhalten und neue Freunde oder sogar Liebhaber finden. Schreib die Liebe nicht ab, sondern registriere dich jetzt!
Quellen:
https://www.heiligenfeld.de/blog/trennungsbewltigung-und-psyche
https://www.quarks.de/gesellschaft/psychologie/was-bei-liebeskummer-im-gehirn-passiert
https://www.therapie.de/psyche/info/index/diagnose/persoenlichkeitsstoerungen/dependent