Worin liegt der Reiz von BDSM Spielen und wie kann man diese sicher gestalten? Wir erklären dir, was hinter diesen Spielen steckt und geben dir wichtige Tipps, die sowohl für Einsteiger als auch Erfahrene hilfreich sind. Lerne verschiedene BDSM-Praktiken und Rollenspiele kennen, mit deren Hilfe du ganz neue Aspekte deiner eigenen Sexualität erforschen und vertiefen kannst.
Die beliebtesten BDSM-Praktiken und -Rollenspiele
BDSM steht für „Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“. Genaugenommen geht es dabei um verschiedene (Rollen)Spiele, bei denen sich einer dem anderen unterwirft. Dabei gehören Komponenten wie Fesselspiele und verschiedene „Bestrafungen“ dazu. Der Schmerz der Bestrafung soll allerdings eher lustvoll als peinigend sein.
Bei den Unterwerfungsspielchen wird der dominante Sexpartner als „Dom“ bezeichnet und der unterwürfige als „Sub“. Besonders bekannt sind die Begriffe und einige der Spielchen übrigens aus dem Buch bzw. dem Film „50 Shades of Grey“.
Wichtig bei diesen Spielchen ist übrigens in erster Linie das Unterwerfungsspiel und der Lustschmerz, es kommt nicht notwendigerweise dabei auch zum Sex! Daher beinhalten Tipps für BDSM Spiele auch „nur“ verschiedene Praktiken und keine Sexstellungen.
N°1: Spanking
Diese Spielart ist bestimmt die bekannteste und die am einfachsten für dich umzusetzende. Es geht dabei darum, dem unterwürfigen Partner quasi den Hintern zu versohlen, wobei Du entweder die flache Hand zum Schlagen verwenden kannst, oder verschiedene Sextoys zu Hilfe nimmst. Die Auswahl hängt von deinen Vorlieben ab – so kannst du beispielsweise einen Gürtel, eine Gerte oder eine Peitsche benutzen.
N°2: Fesseln (Hogtied)
Neben dem Schlagen ist auch das Fesseln eine beliebte Methode. Derjenige, der sich unterwirft, wird so gefesselt, dass er absolut bewegungs- und wehrlos ist. Der dominierende Partner kann dem hilflosen Sub dann (nach vorheriger Absprache) Schmerzen zufügen.
N°3: Knebeln
Neben Fesseln und Schlagen ist vor allem das Knebeln recht bekannt. Dazu brauchst Du allerdings nicht zwingend einen Knebel kaufen, sondern kannst dir auch mit einem Tuch behelfen. Fortgeschrittene probieren hingegen verschiedene käufliche Knebel in unterschiedlichen Formen aus.
N°4: Sklavenspiele
Den Sub als Sklaven einzuspannen ist in ganz unterschiedlichen Varianten möglich und kann wiederum je nach deinen Vorlieben gestaltet werden. Zu den beliebten BSDM Spielen gehört es beispielsweise auch, den unterwürfigen Partner als Putzsklaven einzusetzen. Dieser kann, ganz nach Wunsch seines Herrn oder seiner Herrin, die Putzarbeiten splitternackt verrichten oder in Maske und bevorzugter Verkleidung. Zur besonderen Demütigung eignet es sich, den Putzsklaven große Fenster oder Glastüren in dieser Aufmachung putzen zu lassen. Stellt die geleistete Arbeit den Dom nicht zufrieden, wird der Sub am Ende bestraft.
: N°5: Wachsspielchen
Meist eher für Fortgeschrittene gedacht, kannst Du bei diesen BDSM Spielen den Sub auch mit Kerzenwachs beträufeln. Das ist grundsätzlich an allen Körperstellen möglich, die ihr beide zuvor abgesprochen habt. Hast du kein Wachs im Haus, kannst Du diese Spielchen auch mit heißer Schokosoße durchführen.
N°6: Playpiercing
Nicht wenige BDSM-Enthusiasten stehen sogar darauf, sich während eines BDSM-Spiels mit Nadeln stechen zu lassen. Diese Variante ist allerdings nur für Personen geeignet, die sich damit bereits auskennen und mit geeigneter Ausrüstung an den ungefährlichen Stellen zustechen.
N°7: Penis- und Hodenfolter bzw. Brustfolter
Fortgeschrittene werden gerne mit verschiedenen Mitteln an Gemächt oder Brust gefoltert. Schläge, das Anbringen von Gewichten, das Betröpfeln mit Wachs oder auch einfaches Zwicken, sowie Quetschen sind möglich. Manche bevorzugen das Befestigen von Klammern oder das Auftragen von scharfen Komponenten wie Chili oder Ingwer.
Sicherheitstipps für BDSM-Einsteiger
Warum Sicherheit an erster Stelle steht
Sicherheit ist nicht nur wichtig, um dich und deinen Partner vor Schmerzen und ernsthaften Verletzungen zu bewahren, sondern auch, um den Spaß am Spiel nicht zu verlieren. Jeder hat eine andere Toleranzgrenze – sowohl was den Spaß als auch den Schmerz betrifft.
Wichtige Sicherheitsregeln und -ausrüstung – Übersicht
- Zunächst solltest Du unbedingt vorab besprechen, was gewünscht wird und was auf keinen Fall durchgeführt werden soll.
- Dazu kommt, dass Du die „härteren“ Spiele mit Nadeln und Foltermethoden nur nach genauer Kenntnis der richtigen Ausführung und mit den dafür geeigneten Materialien durchführst. In diesem Fall spielt selbstverständlich auch die Hygiene eine wichtige Rolle.
- Abschließend ist es immer wichtig, ein Safeword zu vereinbaren, welches den Partner dazu bringt, alle Aktivitäten unmittelbar zu stoppen, wenn du dieses aussprichst. Falls ihr mit einem Knebel arbeitet, könnt ihr euch beispielsweise auf eine Geste einigen.
Wie man ein BDSM-Spiel plant
BDSM-Spiele passieren in der Regel nicht spontan, sondern werden vorab genau geplant, damit ihr alle notwendigen Ausrüstungsgegenstände, Masken, Verkleidungen oder was auch immer ihr benötigt, bereitstellen könnt.
Übrigens: nach einem aufregenden BDSM Spiel ist es wichtig, in eine angenehme Realität zurückzukehren. Sorge daher am besten für eine tolle Atmosphäre, die ihr beide mögt. Musik, Essen, Getränke, Kuscheln – erlaubt ist, was euch gefällt und euch langsam in den Alltag zurückholt.
Kommunikation und Einvernehmlichkeit als Grundlage
Zunächst müsst ihr euch darauf einigen, worauf ihr Lust habt, welche Rollen ihr übernehmen wollt und wie hart es zur Sache gehen darf oder soll. Wenn die äußeren Bedingungen abgesprochen sind und ihr euch beide darauf geeinigt habt, welches Szenario ihr ausprobieren möchtet, könnt ihr die Details besprechen.
Darum ist Einvernehmlichkeit besonders wichtig: Wenn dein Partner mit den BDSM Spielen nicht einverstanden ist, könntest du strafrechtlich belangt werden! In Deutschland unter anderem wegen schwerer oder gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung, (sexueller) Nötigung, Beleidigung oder sexuellem Missbrauch widerstandsunfähiger Personen.
Grenzen setzen und Wünsche äußern
Damit BDSM Spiele wirklich Spaß machen, muss jeder die Grenzen des anderen kennen und einhalten. In festen Partnerschaften ist das dafür notwendige Vertrauen üblicherweise bereits vorhanden, bei lockeren Bekanntschaften müssen die Grenzen umso deutlicher besprochen werden.
Idealerweise legst du die Details ganz genau fest, beispielsweise welche Hilfsmittel beim Spanking zur Anwendung kommen sollen. Dazu kommt, dass jeder Beteiligte zu jedem Zeitpunkt die BDSM Spiele mithilfe eines Safewords unterbrechen kann. Hier wird deshalb zu Beginn ein solches Wort festgelegt, alternativ (wenn ihr mit Knebeln arbeitet) auch ein Handzeichen.
Vorbereitung des Spielbereichs und Auswahl der Requisiten
Sorge für Ungestörtheit, genügend Platz und die Ausstattung, die für das geplante BDSM Spiel notwendig ist. Du brauchst keine professionelle Ausstattung wie die Räume in einem Pornokino oder Swingerclub, sondern kannst auch mit wenigen passenden Fetisch Gegenständen durchaus Spaß haben.
Viele passende Requisiten wirst Du dir bei der näheren Beschäftigung mit BDSM Spielen automatisch zulegen. Diese findest Du online oder in stationären Sexshops in Hülle und Fülle.
Ausrüstung und Deko hängen davon ab, welches Rollenspiel Du spielen möchtest oder welche Gegenstände Du verwenden willst. Beispielsweise sollten Kerzenwachs, Seile, Manschetten zur Fixierung oder Peitschen, Knebel, Masken und ähnliches in Reichweite liegen.
Alles, was den Spaß stören könnte oder woran du dich unabsichtlich verletzen könntest, muss den Raum verlassen. So bist du auf der sicheren Seite, wenn es etwas wilder wird. Falls dir unabsichtlich eine Kerze umkippt oder tatsächlich versehentlich Blut fließt, wäre es zudem überaus hilfreich, Wasser oder das ein oder andere Pflaster bereitzuhalten.
Wichtig: Besonders bei wilderen Spielarten musst du dich vorab eingehend informieren, wie du Fesseln oder Knebel so anbringst, dass der Partner sich keine Verletzungen zuzieht. Dafür ist es hilfreich, wenn Du dir ein paar anatomische Grundkenntnisse aneignest.
Unterstützung und Beratung in der BDSM-Community
Wenn Du noch weitere Anregungen brauchst oder Fragen zum Thema hast, dann ist die Wyylde Community gerne für dich da. Hier kannst Du dich mit anderen austauschen und von ihren Erfahrungen lernen. Du musst auch keine Angst davor haben, dass du eine „dumme“ Frage stellen könntest. Hier kannst du ganz offen und ohne Tabus mit Gleichgesinnten kommunizieren! Viele interessante Infos findest du außerdem auch regelmäßig in unserem Blog.
Quellen:
https://www.joyclub.de/magazin/bdsm/die_top_10_der_sm_spiele.html
https://www.wunderweib.de/bdsm-spiele-117104.html