Viele Paare empfinden den Bereich rund um den Anus als schamhaft, schmutzig oder sogar tabu. Dabei kann er ein direkter Weg zu intensiver Lust sein. Unterhalb der Blase liegt nämlich beim Mann die Prostata, eine kleine Drüse, die auch als „P-Punkt” bezeichnet wird.  

Diese Stelle wird oft mit dem G-Punkt der Frau verglichen. Wenn sie stimuliert wird, kann sie zu sehr angenehmen Orgasmen führen. Aber nur wenige Männer trauen sich, diesen Punkt selbst zu erforschen oder ihre Partnerin darum zu bitten, ihnen einen Finger einzuführen.  

Wir zeigen dir, wie du die Prostata stimulierst, den P-Punkt findest und einen Prostata-Orgasmus erreichst. 

Was genau ist die Prostata?

Die Prostata ist eine kleine Drüse, die sich unterhalb der Blase um die Harnröhre herum befindet und nur bei Männern vorkommt. Sie liegt zwischen dem Penis und dem Anus, unterhalb der Harnblase direkt vor dem Rektum. Sie wird vom Harnröhrenkanal durchzogen und ist dafür zuständig, die Samenflüssigkeit herzustellen, die zu 95 % aus Sperma besteht.  

Ihr Name wird oft als Synonym für Gesundheitsprobleme verwendet, weil sie vor allem mit den Untersuchungen in Verbindung gebracht wird, die ab 50 Jahren zur Vorbeugung von Prostatakrebs gemacht werden. Trotzdem kann diese erogene Zone genauso viel Spaß machen wie die Ejakulation, weil sie auch viele Nervenenden hat.   

Der P-Punkt bei Männern. Was ist ein Prostata-Orgasmus?

Wenn du als Mann einen Orgasmus hast, kommt es zur Ejakulation. Du kannst durch eine geeignete Stimulation (mit den Fingern oder einem Sextoy) an der Prostata aber ebenfalls zu einem Orgasmus kommen – nur ohne Ejakulation. Warum es trotzdem Spaß macht? Weil deine Lust größer ist und länger dauert, als wenn du zum normalen Höhepunkt (ejakulatorischen Orgasmus) kommst. Anscheinend soll der Prostata-Orgasmus dem weiblichen Orgasmus ähnlich sein.  

Wenn du als Frau dem Mann zu einem Prostata-Orgasmus verhilfst, steigt sein sexuelles Verlangen. Das ist ausbaufähig, oder? 

Wie erreicht man einen Prostata-Orgasmus?

Es gibt verschiedene Methoden, um die Prostata und somit den Prostata-Orgasmus zu erreichen. Welche für dich besser funktioniert, solltest du ausprobieren, denn jeder Körper ist anders und jeder Mann hat andere Vorlieben. Grundsätzlich hast du aber zwei Optionen: die Stimulation von außen oder von innen.  

Ob du als Mann selbst Hand anlegen willst oder als Frau deinen Partner beglücken möchtest – du solltest auf zwei Dinge achten: Die Stelle ist extrem empfindlich und um die Verletzungsgefahr zu reduzieren, solltest du sie nur mit kurzgeschnittenen Nägeln bearbeiten. Hinzu kommt, dass du vorab die Hände waschen solltest, weil der Analbereich anfällig ist für Infektionen.   

Stimulation von außen

Falls dir die Sache noch nicht ganz geheuer ist und du nicht unbedingt dem Partner den Finger in den Po stecken willst, dann kannst du den P-Punkt auch von außen stimulieren. Meist ist die Empfindung dann aber nicht ganz so intensiv wie bei der inneren Stimulation.  

Massiere vorsichtig den Damm, also die Stelle zwischen dem After und dem Hodensack und übe dabei vorsichtigen Druck aus, um die Prostatadrüse zu reizen. Mit vibrierenden Sextoys kannst du das noch leichter umsetzen, auch alleine! 

Stimulation von innen

Der direkte Weg ist der beste, daher ist die Stimulation von innen effektiver. Die Prostata oder der P-Punkt liegt rund 5-7 cm weit im After, sodass du ihn mit dem Mittelfinger am besten erreichen kannst. Wenn der Mann auf dem Rücken liegt, kannst du als Frau mit der Handfläche nach oben den Mittelfinger einführen und nach der Prostata (in Richtung Bauchdecke) tasten.  

Je nachdem, was für den Mann angenehm ist, kannst du den Punkt streicheln oder vorsichtig pressen, auch kreisende Bewegungen können Lustgefühle auslösen.  

Stimulation der Prostata mit einem Sextoy

Neben der manuellen Prostatastimulation kann auch die Verwendung spezieller P-Punkt-Stimulatoren zum Erlebnis werden. Weil die anale Penetration bei heterosexuellen Männern immer noch ein großes Tabu in unserer Gesellschaft ist, wurde dieses Sexspielzeug extra für Männer entwickelt. Es eignet sich nicht nur zum Ausprobieren zu zweit, sondern auch für den Solo-Sex. Dabei musst du dich allerdings nicht ausschließlich auf die Prostata konzentrieren, sondern solltest auch deine anderen erogenen Zonen und den Penis mit einbeziehen. Er soll schließlich nicht zu kurz kommen! 

Wie geht die Prostatamassage denn jetzt?

Es gibt keinen geheimen Trick, um die Prostata richtig zu stimulieren – man muss es nur üben. Diese Technik lässt sich übrigens auch gut in eine sinnliche Massage integrieren. Du kannst ganz intuitiv dabei vorgehen und beim Masturbieren darauf achten, was dir gefällt. Willst du als Frau dem Mann zum Prostata-Orgasmus verhelfen, dann ist es gut, wenn er dir nebenbei sagt, was sich gut anfühlt und was nicht. Auf diese Weise kann er dich gut dirigieren. 

Grundsätzlich kannst du damit beginnen, den Anus zu berühren, streicheln und dich vorsichtig um ihn herum zu bewegen. Anschließend kannst du langsam und ohne Gewalt eindringen. Gleitmittel ist hier ein Muss, denn der Anus wird ja nicht von Natur aus feucht. Zudem ist Gleitgel wichtig, um Schmerzen oder Hautrisse zu vermeiden. 

Spiele mit dem Anus genauso wie mit dem Penis. Probiere, streichle, erkunde. Nutze einen oder zwei Finger um einzudringen. Auch während des Geschlechtsakts gibt es viele verschiedene Sexstellungen, bei denen man einen Finger einführen oder ein Sextoy benutzen kann. Nimm dir Zeit dafür und lass dich einfach fallen. Genieße die Situation und den Prostata-Orgasmus!   

Wie bereitet man sich am besten auf eine Prostatamassage vor? 

Wie bei vielen Dingen in eurem Sexleben ist auch hier die Kommunikation wichtig. Sprecht euch beide vorher ab, was jeder Partner gerne machen möchte und was gar nicht geht. Schließlich sollt ihr euch beide dabei wohlfühlen. Du kannst auch nicht dem Partner einfach unvermittelt ein Sextoy in den Allerwertesten drücken, ohne ihn vorher zu fragen, das wäre ein sexueller Übergriff. Ohne vorheriges Einverständnis darfst du keine Experimente machen! 

Wenn du dich nicht traust, die Sache offen anzusprechen, dann schlage doch einfach mal erotische Spiele vor und sprich dabei den Prostata-Orgasmus an, sobald du dich bereit fühlst.  

Wie unterscheidet sich ein Prostata-Orgasmus von einem über den Penis ausgelösten Höhepunkt? 

Rein technisch wird beim Prostata-Orgasmus keine Ejakulation erfolgen, während das beim normalen Orgasmus der Fall ist. Falls du deinem Partner multiple Orgasmen verschaffen möchtest, kannst du übrigens mehrere Prostata-Orgasmen erzeugen, bevor du ihm einen richtigen Orgasmus gönnst. Der Mann kann nämlich immer wieder Prostata-Orgasmen haben, während er nach einer Ejakulation erst einmal eine längere Regenerationszeit benötigt. 

Der Ablauf bei der normalen Stimulation des  Penis dürfte dir ja geläufig sein, beim Prostata-Orgasmus wird zuerst der Damm massiert, dann der Anus und danach der Finger eingeführt, um den P-Punkt bis zum  Orgasmus zu stimulieren. Wahlweise kannst du dazu auch ein Sextoy benutzen. 

Verschiedene Stellungen können den Zugang zum P-Punkt erleichtern:  

  • die Doggy-Position  
  • die Rückenlage, bei der die Beine zu beiden Seiten angewinkelt sind.  
  • Die Löffelchenstellung mit der zur Brust hin angewinkelten Beinen. Diese Position ermöglicht einen leichten Zugang zum P-Punkt und erleichtert so die Stimulation.  

Tipp: Ein Blowjob in Verbindung mit einer P-Punkt-Massage ist bei Männern sehr beliebt.  

Warum wir den P-Punkt-Orgasmus lieben

Auch wenn es unter Heterosexuellen und in Teilen der Sex-Community noch als Tabu gilt, kannst du mit dem Prostata-Orgasmus mehr Würze in die Beziehung bringen, die Libido steigern und aus deiner Sex-Routine ausbrechen. Du solltest allerdings nicht erwarten, dass du jedes Mal zum Orgasmus kommst. Doch wenn es am P-Punkt nicht funktioniert, kannst du während des Sexspiels ja noch zu deinem persönlichen Sextoy, dem Penis, wechseln und diesen für einen Orgasmus benutzen …   

Ist Prostatastimulation eigentlich nur Analsex?

Viele heterosexuelle Männer denken beim Analverkehr oft gleich an „unterdrückte Homosexualität”. Dadurch blockieren sie sich selbst dabei, den P-Punkt zu entdecken. Laut einer Studie von IFOP aus dem Jahr 2019 haben 22 % der Partnerinnen in heterosexuellen Beziehungen schon mal einen Finger in den Anus ihres Partners eingeführt. Aber nur 2 % von ihnen praktizieren das regelmäßig, sowohl beim Sex als auch bei erotischen Kontakten im Allgemeinen. Wenn du den Prostata-Orgasmus entdecken möchtest, bleibt dir nichts anderes übrig, als es auszuprobieren.  

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